Thüringer Landesmeisterschaft 2013 Haferung erfüllt sich einen sportlichen Traum

Im Finale besiegte er Thomas Ruppel (GT Apolda) mit 4:2

Mit etwas Verspätung, aufgrund von Verschiebungen im diesjährigen Snookerkalender, fanden am vergangenen Wochenende die Thüringer Landesmeisterschaften im Einzel in den Räumlichkeiten des Blackhole Snooker Ilmenau e.V. am Eichicht statt.

Am Start waren die 16 am besten platzierten Spieler der Thüringenrangliste sowie zwei Qualifikanten. Die für das Viertelfinale bereits gesetzte Top 4 griff allerdings erst am Sonntag ins Turniergeschehen ein.

Die Vorrunde wurde in vier Gruppen gespielt, in denen jeweils die ersten beiden den Sprung ins Achtelfinale schafften. Mehrfach ging es dabei sehr eng zu, so waren in Gruppe A hinter dem klaren Sieger Sherief Shemeis (PBC Erfurt, 3 Siege, 6:0 Frames) die anderen drei Spieler mit jeweils einem Sieg und demselben Frameverhältnis gleich auf und der Shootout musste entscheiden. Hier setzte sich dann Alexander Kretschmer (Blackhole Ilmenau) durch. In der 3er-Gruppe B gewann jeder Spieler eine seiner beiden Partien und nur das Frameverhältnis entschied am Ende zugunsten von Ayhan Ekiz (Ilmenau) und Ralf Müller (Green Table Apolda). In den übrigen Gruppen schafften die Ilmenauer Florian Schmidt, Andreas Hartung, der mit einem 43er-Break die Bestleistung des ersten Tages markierte, Paul Schmidt sowie überraschend Ulrike Wilfer (Apolda) den Einzug in die K.O.-Runde.

Im Achtelfinale setzten sich dann ausnahmslos Ilmenauer Akteure durch: Hartung mit 3:1 gegen den zuvor so stark aufgetretenen Shemeis, F. Schmidt mit selbigem Ergebnis gegen Müller sowie Ekiz und P. Schmidt glatt gegen Wilfer bzw. Kretschmer.

Damit standen ganze fünf (von neun gestarteten) Lokalmatadoren am Sonntag im Viertelfinale. In der Runde der letzten acht warteten schon Ranglistenerster Michael Haferung (Ilmenau), Thomas Brünner (Erfurt) und die beiden Apoldaer Vereinskameraden Thomas Ruppel und Heiko Funk. Bis auf letzteren konnten alle der gesetzten Spieler ihre ersten Matches erfolgreich überstehen. Funk fand überhaupt nicht zu seinem Spiel und musste sich F. Schmidt klar mit 0:3 geschlagen geben. Auch Ekiz, der erst eine Woche zuvor an gleicher Stelle bei den Ilmenau Open triumphierte, konnte seine Leistung nicht abrufen und ging gegen einen bärenstarken Ruppel regelrecht unter, der mit Aufnahmen von 44 und 31 Punkten und weiteren mittleren Breaks seine Titelambitionen unterstrich. Die anderen beiden Viertelfinals gingen jeweils über die volle Distanz, wobei Brünner (gegen Hartung) und Haferung (gegen P. Schmidt) das bessere Ende für sich hatten. Letzterer konnte mit einer Serie von 49 Punkten sogar, so viel sei vorweg genommen – nur vorübergehend, die Führung im Kampf um das höchste Turnierbreak übernehmen.

Im vereinsinternen Duell um den Finaleinzug hatte Haferung zwar mächtig zu kämpfen, doch er behielt knapp mit 3:2 die Oberhand gegen F. Schmidt. Im zweiten Halbfinale schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und zeigten was sie zu leisten im Stande sind. So wie im dritten Frame beim Stand von 1:1. Brünner liegt bereits im Break bei 52 Punkten und damit über der bisherigen Turnierbestleistung und benötigt nur noch die schwarze Kugel um Clearance und Framegewinn perfekt zu machen. Doch er scheiterte unerwartet und Ruppel, der im selben Frame schon eine 44er-Serie vorgelegt hatte, lochte Schwarz und schnappte seinem Gegner den Frame noch vor der Nase weg. Auch den vierten Frame konnte er im Anschluss für sich entscheiden und stand somit im Endspiel um die Landesmeisterschaft.

Das kleine Finale war dann umkämpft und spannend bis zum Schluss. Beim Stand von 2:2 kam es auch im Entscheidungsframe zu einem Remis und somit zu einer „respotted black“. Schmidt konnte diese nach wenigen Stößen versenken und sicherte sich damit einen Podestplatz und einen der begehrten Trophäen, doch auch Brünner ging mit dem „Highest Break“-Pokal nicht leer aus.

Im Endspiel lief bei Ruppel nicht mehr viel zusammen und höhere Breaks wollten beiden Spielern kaum noch gelingen. Ruppel konnte zwar zweimal wieder herankommen, musste sich aber doch mit einem 2:4 und der Vizemeisterschaft zufrieden geben.

Damit ging für Michael Haferung im dritten Anlauf ein lang gehegter sportlicher Traum in Erfüllung, denn neben dem Landesmeistertitel hat er sich auch einen Startplatz bei den deutschen Meisterschaften im Oktober gesichert.

Zum Ende dieser Saison verlässt er den Verein in Richtung Apolda (ebenso wie Brünner den PBC Erfurt) um dort das Abenteuer 2. Bundesliga zu wagen. Damit sind die vier besten Spieler der Thüringenrangliste in einer Mannschaft vereint und man darf gespannt sein, wie sie sich in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands behaupten werden.

Nach nur einem spielfreien Wochenende geht es am 13./14. Juli mit der Ilmenau Trophy in die Schlussphase der Ranglistensaison. (fn)

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